Sonntag, 24. August 2014

Kein Zukauf von Kürbissen, Sellerie und Co.


Liebe CSA-Mitglieder!

Mit diesem Brief möchte ich das Stimmungsbild darstellen, das sich aus der Resonanz auf meinen Bericht vom 4. August über kommende Ernteausfälle im Gemüsebau ergeben hat.
Der Starkregen am 29. Juli hatte einen unserer Äcker für mehr als fünf Tage überflutet und Bestände mehrerer Gemüsearten zerstört. Daraufhin hatte ich Euch gefragt, ob der Ausfall bestimmter Gemüsekulturen zu verschmerzen sei oder ob wir uns gemeinsam durch Zukauf von anderen Betrieben um Ersatz kümmern sollten.
Wir haben 40 Emails und ungezählte persönliche Rückmeldungen erhalten, und zwar alle sehr zeitnah und teilnahmsvoll.
Eine überwältigende Mehrheit hat sich gegen den gemeinsamen Zukauf von Produkten anderer Gemüsebaubetriebe ausgesprochen. Begründet wurde oft damit, dass man speziell auf Sellerie und Kürbis auch mal verzichten könne. Wenn man schon Mehrausgaben durch Zukauf hätte, wolle man Woche für Woche selbst entscheiden, was und wie viel man zukauft.
Wir bitten Diejenigen, die sich für eine gemeinsame Zukauflösung ausgesprochen haben, um Verständnis.
Sehr gefreut haben uns Eure Antworten auch deshalb, weil spürbar wurde, dass Ihr den (hof-)eigenen Produkten den Vorzug gebt. Ausdrücklich ist die Bereitschaft da, die Arbeit auf dem Hof zu finanzieren, anstatt eine bestimmte Menge an Produkten für sein Geld zu verlangen.
Wir säen, pflanzen, jäten, hacken, und ernten weiter – je nach Wetter – und freuen uns schon darauf, nächstes Jahr wieder Kürbisse, Sellerie und Co. anzubauen.
im Namen der Hofgemeinschaft
Alex

Montag, 4. August 2014

Liebe CSA-Mitglieder,

wie bereits im letztwöchigen CSA-Brief und in der Rundmail vom 29. Juli angedeutet hat der Starkregen am 28. Juli große Schäden auf einem unserer Gemüsefelder hinterlassen. Das Gemüse dort stand teilweise 5 Tage unter Wasser.

Die folgenden Arten haben das nicht überlebt:
  • Kürbis
  • Sellerie
  • Buschbohnen
Bei folgenden Gemüsearten kam es zu mehr oder weniger gewichtigen Schäden, wodurch eine bis zu zweimonatige Erntepause oder Ernteverspätung verursacht wurde:
  • Zucchini
  • Porree
  • Fenchel
  • Mangold
  • Kräuter
Das ist für uns alle sehr traurig, denn wir haben bereits viel Arbeit und auch Geld in Planung, Bodenbearbeitung, Aussaat, Pflanzung und Pflege gesteckt.
Leider macht ein solches Unwetter auch vor Demeter-Höfen nicht Halt und wir müssen uns dieses Jahr damit abfinden, weniger Menge und Vielfalt an Gemüse zu ernten.
Dennoch haben wir gerade in einem solchen Fall den Vorteil, dass der Hof Teil einer Wirtschaftsgemeinschaft ist: Im Gegensatz zu einem normalen Betrieb müssen wir CSA-Landwirte nicht allein die Konsequenzen tragen, wenn durch Wetterunbilden bestimmte Kulturen misslingen. Das ist einer der Aspekte solidarischer Landwirtschaft. Weil CSA-Teilnehmer nicht für die Produkte, sondern für den Hof zahlen, können wir trotz Mindererträgen mit einem stabilen Einkommen rechnen.
Uns ist es aber ein großes Anliegen, das Ihr gerade in den gemüsearmen Winter- und Frühjahrsmonaten gut mit Lebensmitteln versorgt seid. Daraus ergibt sich folgende Frage an Euch Alle:
Könnt Ihr diesen Winter auf Kürbis, Sellerie und einen Teil des Porrees verzichten?
Oder ist es Euch lieber, wenn wir uns bei Demeter-Kollegen und beim Bio-Großhandel um Ersatz bemühen, wodurch allerdings auf Alle Mehrkosten zukommen würden?
Wir bitten Euch Alle um zeitnahe Rückmeldung über Telefon, Email, Blog oder natürlich auch im persönlichen Gespräch, um ein Stimmungsbild zu bekommen. Wer sich nicht an der Diskussion beteiligen kann oder will, muss selbstverständlich die Entscheidung der anderen CSA-Teilnehmer mittragen.
Für Rückfragen jeglicher Art stehen wir gerne zur Verfügung, auch hier über Telefon, Email oder im persönlichen Gespräch.
Im Namen der Hofgemeinschaft
Alex

Freitag, 25. Juli 2014

Knoblauchcreme

Knoblauch trocknet manchmal zu schnell aus oder wird schimmelig.
Eine Art ihn jederzeit verfügbar zu haben ist die Knoblauchcreme
Dazu 2 gr. Knoblauchzwiebeln schälen und 2-3 Essl. Olivenöl und 1 Teel Salz in ein  hohes Gefäß geben und mit dem Mixstab fein pürieren. Die Creme in ein Schraubdeckelglas füllen. Hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen und ist schnell griffbereit ohne die Knoblauchpresse zu benutzen. Prima für Pizza.

Mangoldquiche auf Hefeteig


6 Personen, reicht für ein großes Backblech,  einfach

Zutaten für Teig:
400g Mehl (Weizen oder Dinkel)
1Päck. Trockenhefe
2-3 Teel Salz
1/2 Teel Chiliflocken 
250 ml Wasser
etwas Öl fürs Backblech und Teig

Für den Belag: 
350g Mangold, geputzt und zerkleinert
2 fein gewürfelte mittelgr Ziebeln
200g Creme fraiche
250g Quark
4Eier
2-3 Teel Knoblauchmus (s. unten)
1 geh.Teel Salz
1 Teel gem. schwarzer Pfeffer
Variationen: je 100g Entruper Fetakäse oder geriebener Schafskäse oder zerkleinerte Grillbratwurst oder geräucherter und zerkleinerter Tofu

Zubereitung:
Mehl, Salz, Hefe, Chiliflocken trocken gut mischen, Wasser zufügen und gut durchkneten. Gegebenenfalls etwas Mehl zufügen, wenn der Teig noch zu sehr klebt. Teig in eine Schüssel geben mit Mehl bestäuben und mit Frischhaltefolie abdecken und an einem warmen Ort (Backofen auf 50° aufheizen, ausstellen und Schüssel hineingeben)  gehen lasse, bis er sich verdoppelt hat (ca 30 min).
Derweil Mangold putzen und in 1cm Stücke und Streifen schneiden. Creme fraiche, Quark, die Eier,  Salz, Pfeffer und Knoblauchmus verrühren.

Gegangenen Teig noch einmal durchkneten, auf bemehlter Unterlage  ausrollen oder mit den Händen auf einem geölten Backblech verteilen und noch einmal im angewärmten Ofen 10 min gehen lassen.
Den Teig mit Öl einpinseln, mit dem Mangold und den geh. Zwiebeln gleichmäßig belegen und die Quark - Eiercreme darauf verteilen.
Für die Variationen mit den zusätzlichen Zutaten bestreuen.
Bei 200° C ca 25-30 min backen.

Knoblauchcreme: 2 ganze große Zwiebeln Knoblauch schälen und 2-3 Essl Olivenöl und 1 Teel Salz in ein hohes Gefäß geben und mit dem Mixstab fein zermusen. In ein Schraubdeckelglas geben. Hält im Kühlschrank mehrere Wochen und ist immer griffbereit .

Dienstag, 15. Juli 2014

Schmorgurken mit Pilzen

 Die Gurkenzeit ist da!


Schmorgurken mit Pfifferlingen
4 Pers., vegan, schnell, preiswert wenn man bei den Pfifferlingen Dosenware verwendet, sonst etwas teurer

Zutaten: 2 Essl. Pflanzenöl, 2gr. Schlangengurken, 2 kl. Dosen Pfifferlinge oder 200g frische oder TK, Salz, Pfeffer, 2 Teel. Stärke, halbe Tasse Gemüsebrühe.
Zubereitung: Gurken waschen und in 1cm große Würfel zerteilen, die Gurkenwürfel im Öl anbraten bei stärkerer Hitze bis sie anfangen zu bräunen. Pfifferlinge abgießen, kurz abspülen (Frische Pfifferlinge putzen, am besten trocken, Tk-Ware einfach zufügen) zu den angebratenen Gurken geben und kurz mitbraten. Stärke in der Gemüsebrühe klumpen frei anrühren und zum Gemüse geben und kurz aufkochen und mit Salz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken. Hier vorsichtig sein, denn die konservierten Pfifferlinge sind häufig vorgesalzen.

Dazu Kartoffeln oder Nudeln oder Puffer

Guten Appetit.

Variationen: Anstatt der Pfifferlinge kann man auch Champignons oder wenn sie zur Verfügung stehen Steinpilze nehmen. Bei Steinpilzen kann man auch getrocknete nehmen, 30-50g und diese vorher einweichen. Das Einweichwasser mit verwenden.

Montag, 16. Juni 2014

Wohnprojekt und solidarische Landwirtschaft

Ich komme nach Hause und der aromatische Duft von mit Schafskäse überbackener Mangold-Lasagne liegt in der Luft. Es ist noch nicht spät – eine gute Gelegenheit heute zur Abwechslung mal wieder selber zu kochen.

Es ist Dienstag, das CSA-Depot ist frisch beliefert. Seitdem wir mit 80 Haushalten Mitglied bei unserer Solidarischen Landwirtschaft sind, kommt Fabian zweimal in der Woche vorbei und packt unser Lager voll. Heute gab es Radieschen, Berge von Salat, Kohlrabi, Rübchen, Gurke, Fenchel, Frühlingszwiebeln, Kartoffeln und natürlich der wunderbare bunte Mangold. Dazu ein Kühlschrank voll unterschiedlicher Käsesorten, reichlich Eier und geschätzte 100 Brote. Ich nehme, was ich heute zum Kochen brauche, scanne schnell noch ein Tütchen Reis ein, setze eine Mütze auf und betrete den Tiefkühlraum.

Minus 20 Grad kalte Luft schlägt mir entgegen. Ich gehe nach hinten, vorbei an der Tür mit der blauen Aufschrift „Carlo“ und öffne mit dem magischen Schlüsselanhänger unsere private Kühlbox. Die Box ist noch gut gefüllt von der letzten Fleischlieferung. Heute brauche ich nur ein wenig Lamm-Hack, den Braten gibt es erst in zwei Wochen – zum Geburtstag. Außerdem könnten die Himbeeren vom letzten Jahr langsam mal weg, ich nehme die letzte Dose mit.

Es ist schön in unserer Maisonette-Wohnung. Die Abendsonne scheint durch die fast vier Meter hohen Fenster in den Wohnbereich. Links ist unsere Sitzecke, ein Erbstück von Oma, rechts eine Küchenzeile und in der Mitte ein massiver Holztisch auf dem ich einen Zettel finde: Bin gerade noch mit Ute im Waschsalon, freue mich auf das Essen, bis später, Küsschen ;****

Ich muss gestehen – wirklich groß ist unsere Wohnung ja nicht. Der hohe Wohnbereich mit den riesigen Fenstern, die Treppe nach oben zum Schlafraum und der Verzicht auf eine ausgewachsene Küche lässt alles etwas größer erscheinen als es wirklich ist. Als Rückzugsort, zum Schlafen und auch zum Kochen für zwei oder drei Personen ist alles bestens. Wir sind ohnehin meistens wo anders – und wenn wir mal Besuch bekommen, gehen wir ganz nach oben in die Gemeinschaftsküche neben dem Kräutergarten und genießen beim Essen den großartigen Ausblick über unsere kleine Siedlung, zu den Bienenstöcken der Beginen-Frauen nebenan, der Sauna auf dem Dach der Stadthaus-Leute und den drei erst kürzlich errichteten Wigwams im Garten.

Wir haben die gemeinschaftliche Infrastruktur unter den verschiedenen Häusern unserer Siedlung ein wenig aufgeteilt. Die Beginen sind für den Honig zuständig und die Organisation des Gemeinschaftsgartens, die Stadthaus-Leute kümmern sich um die Sauna und die zentrale Werkstatt und wir haben Carlo.

Carlo, unser wunderbarer Koch und Food-Manager, hat das unglaubliche Talent aus all den unterschiedlichen Gemüsesorten, die uns unser Demeterhof Entrup 119 liefert, die leckersten vegetarischen Gerichte zu zaubern. Unvergesslich sind die 30 Varianten von Rote-Beete im letzten Winter oder die faszinierende Spinat-Frischkäse-Ravioli mit Kürbis-Mascarpone-Creme zu Margaretes Geburtstag.

Unsere Taverne hat sich in den letzten beiden Jahren zu einer festen Institution im Quartier entwickelt. Schon morgens trifft man hier die ersten Frühstücks-Besucher: Zeitung lesende Senioren, Gäste aus unserem Bed & Breakfast und Mütter und Väter mit kleinen Kindern, die entspannt ihren Morgenkaffee auf der Terrasse direkt neben dem Sandkasten genießen. Immer kommen auch eilig die Büroarbeiter vorbei, die schnell noch ihren Henkelmann 2.0 einpacken – morgen wird der Duft von Mangold-Lasagne in 20 Büros getragen. Gegen Mittag kommen dann die 20 Kinder aus der Kita, ein paar Angestellte aus den umliegenden Büros und natürlich unsere Stammgäste: 6 Senioren, die keine Lust auf Essen auf Rädern haben.

Carlo und sein Team aus teils ehrenamtlichen Helfern sind ein wesentliches Rückgrat bei unserer Versorgung mit ökologischen Lebensmitteln. Wer es aus zeitlichen Gründen nicht schafft oder einfach keine Lust oder keine Möglichkeit mehr hat selber zu kochen, wird hier bestens versorgt. Wer selber kochen möchte, bekommt in der Taverne Anregungen und Rezepte. Mit gemeinschaftlichen Koch-Aktionen wird gerade auch bei den jungen Mitbewohnern das Bewusstsein für gutes Essen geschärft – und wenn einmal besonders viel Gemüse zu verarbeiten ist, wird in gemeinsamen Aktionen eingekocht, getrocknet, eingelegt oder eingefroren.

Später abends treffe ich mich noch mit Markus auf eine Tasse Tee aus frisch gepflückter marokkanischer Minze im Gewächshaus – die verlorene Billard-Partie von gestern bedarf doch noch einer Revanche.





Thorsten Liebold ist Mitglied der Solidarischen Landwirtschaft Entrup 119 und Mitgründer einer Wohnprojekt-Initiative in Münster. Ziel der Initiative ist es – möglicherweise gemeinsam mit anderen Wohnprojekt-Initiativen – auf dem Gelände der Oxford-Kaserne in Münster-Gievenbeck ein ökologisches Mehrgenerationen-Wohnprojekt zu gründen.

Der vorliegende Text ist ein Diskussionsbeitrag von Thorsten. Fast alle „Besonderheiten“ im Text basieren auf Ideen, die in verschiedenen anderen Wohnprojekten bereits umgesetzt wurden.

Besonders erwähnenswert ist die Initiative „Neustart Schweiz“ die in der Broschüre „Nachbarschaften entwickeln!“ die symbiotische Verbindung von urbanen Nachbarschaften mit einer konkreten Landwirtschaft in der Nähe beschreibt.
http://neustartschweiz.ch/nachbarschaften/

Sehr durchdacht ist auch die Struktur der „Kalkbreite“, einem in diesen Tagen fertiggestellten Wohnprojekt in Zürich. Hier kommen die Bienen, die Sauna und der
Tiefkühlraum her.
http://anleitung.kalkbreite.net/

Die Idee mit den Maisonette-Wohnungen, der Kita und der Kultur kommt von der „Sargfabrik“ bzw. von „Miss Sargfabrik“ aus Wien. Das mehrfach preisgekrönte Projekt existiert bereits seit den 90er Jahren und erfreut sich dauerhafter Beliebtheit bei Bewohner und Anwohnern.
http://www.sargfabrik.at/pics/Presseinfos/2006_10_Falter-Beilage.pdf

Wer Interesse hat und sich gerne an der Entwicklung des Projektes beteiligen möchte, meldet sich am besten einfach bei Thorsten.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Agenda 21 im Kreis Steinfurt - Freitag, den 27. Juni 2014

Hallo liebe CSA-Gemeinschaft,
die Initiative Entrup 119 e.V. lädt zur Diskussion zum aktuellen Stand und Entwicklungen der Agenda 21 im Kreis Steinfurt ein.

Am Freitag, den 27.06.2014 um 20 Uhr auf den Demeterhof Entrup 119 berichtet Ulrich Ahlke, Leiter des Amts für Klimaschutz und Nachhaltigkeit Kreis Steinfurt, über die Zukunft des Kreises. Referiert werden Themen rund um die nachhaltige Regionalentwicklung: Klimaschutz, erneuerbare Energien, Entwicklung des ländlichen Raums mit anschließender Diskussion. 

Alle Interessierten sind herzlich zu einem geselligen Abend eingeladen.

Eintritt frei!!!

Wann:   27.06.2014; 20 - 22 Uhr
Wo:       Demeterhof Entrup 119;
Entrup 119; 48341 Altenberge

Gerne Rückmeldung erwünscht an: ms139715@fh-muenster.de