Freitag, 17. April 2015

Wie werden wir alle satt?

"10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?",

das ist der Name eines neuen Kinofilms von Regisseur und Drehbuchautor Valentin Thurn (bekannt u.A. mit "Taste the waste").

Ein Auszug aus dem Pressetext:
Auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie wir verhindern können, dass die Menschheit durch die hemmungslose Ausbeutung knapper Ressourcen die Grundlage für ihre Ernährung zerstört, erkundet Valentin Thurn die wichtigsten Grundlagen der Lebensmittelproduktion. Er spricht mit Machern aus den gegnerischen Lagern der industriellen und der bäuerlichen Landwirtschaft, trifft Biobauern und Nahrungsmittelspekulanten, besucht Laborgärten und Fleischfabriken.
Am kommenden Sonntag (19.04.) gibt es um 11:00 Uhr eine Aufführung in Münster im "Cinema" in der Warendorfer Straße 45. Im Anschluss ist ein Gespräch mit dem Regisseur geplant.

Wir meinen: CSA-Gemeinschaftshöfe wie der Gärtnerhof Entrup, die solidarisch von Landwirten und Verbrauchern betrieben werden, um in der Region biologische Lebensmittel herzustellen, sind eine angemessene Antwort auf die Frage, die der Film aufwirft.

Wir werden bei der Filmaufführung dabei sein und im Gespräch mitdiskutieren.


Dienstag, 14. April 2015

Hofbrief: KW16

Als Ergänzung zum letzten Hofbrief hier noch einige Worte zu den sogenannten „Naturschutzflächen“, die unsere Milchschafe beweiden:
Selbstverständlich sind wir im Augenblick sehr froh, dass uns diese Wiesenflächen verpachtet wurden, denn nur so war es möglich, die Milchschafherde auf ihre heutige Größe zu erweitern.
Landwirtschaftliche Flächen neu anzupachten wird zunehmend teurer, weil Mastbetriebe Land brauchen, um die entstehende Gülle ausbringen zu können, weil für die subventionierte Bioenergieerzeugung Mais, Raps etc. auf Ackerflächen angebaut wird, und weil für vielerlei Baumaßnahmen „Ausgleichsflächen“ geschaffen werden.
Da ist es natürlich ein Glücksfall, dass wir die angrenzenden Wiesen vom Kreis Steinfurt zu einem günstigen Preis zur Pacht angeboten bekommen haben.
Naturschutzflächen mit den letzte Woche genannten Nutzungsbeschränkungen schafft der Landkreis aber nicht allein aus Liebe zur Natur.
Per Gesetz gibt es die Verpflichtung, für im Rahmen von öffentlichen Baumaßnahmen wie Straßenbau versiegelte Flächen einen Ausgleich zu schaffen. Wird zum Beispiel eine einen Kilometer lange zehn Meter breite Straße neu errichtet, ist das ein Hektar (10.000m²) Land, das aus dem Naturkreislauf genommen wird. Eine Ausgleichsfläche dafür wäre zum Beispiel ein Hektar Grünland (Wiese oder Weide), den die öffentliche Hand erwerben muss.
Nun erhöht das aber den Flächenbedarf erheblich; Land ist nicht überall verfügbar und mittlerweile auch für den Landkreis teuer geworden.
Deshalb ist es vom Gesetzgeber auch vorgesehen, dass Flächen mit hohem Naturschutzwert bei Ausgleichsmaßnahmen mehr wert sind, als andere. Das bedeutet, dass ein Hektar unserer Naturschutzflächen unter Umständen zwei Hektar versiegeltes Land ausgleichen kann. Hier wird mit mathematischen Methoden und Bewertungsschlüsseln Naturschutz betrieben.
Dieses Frühjahr wurden unsere Pachtflächen noch einmal „aufgewertet“. Bagger und schwere Maschinen rückten an, um einen Teich anzulegen und Hecken zu pflanzen. Begrüßenswerte Maßnahmen, auch aus unserer Sicht, wenngleich mit groben Mitteln und hohem finanziellen Aufwand ausgeführt. Außerdem wurden hier Flächen einer landwirtschaftlichen Nutzung entzogen, und zwar einer Natur pflegenden biologisch-dynamischen Landnutzung.
Hier ist wieder einmal der
politische Kurs erkennbar: Auf der einen Seite Naturschutz, auf der anderen eine möglichst intensive Landwirtschaft mit synthetischem Düngern und Ackergiften für eine reiche Ernte. Dass ein ökologisch bewirtschafteter Betrieb mit vielfältiger Fruchtfolge und flächenangepasster Tierhaltung, mit einem möglichst geschlossenen Betriebskreislauf und einer auf persönliche Beziehungen setzende Vermarktung dem Naturschutz weitaus dienlicher ist, als ein gebaggerter Teich, ist in einigen Köpfen noch nicht angekommen.

Mittwoch, 8. April 2015

neuer Termin: Kartoffel pflanzen diesen Samstag (11.04.) ab 10:00Uhr

Einladung


der neue Termin für die verschobene Kartoffelpflanzaktion ist der kommende Samstag (11.04.) ab 10:00Uhr.

Nachdem der geplante Termin am 04.04. wegen Nässe abgesagt werden musste, können wir uns in dieser Woche über stabil warmes Wetter freuen, sodass der Acker gut abtrocknet.
Deshalb laden wir erneut zum Mitmachsamstag ein, um 250kg vorgekeimte Frühkartoffeln auf dem Dreiecksacker auszupflanzen.
Mit vielen helfenden Händen geht es auch schneller und es bleibt Zeit für ein Pläuschchen.

Wir freuen uns auf Euer Kommen, gerne mit Voranmeldung über Email oder Telefon! 


Dienstag, 7. April 2015

Hofbrief: KW15


Drei Viertel der Fläche, die unsere Milchschafe beweiden, gehören gar nicht zum Hof. Diese Wiesen grenzen unmittelbar an unsere Flächen an, Eigentümer ist aber der Kreis Steinfurt. Zu einem vergleichsweise günstigen Pachtpreis dürfen wir sie nutzen. Allerdings sind im Pachtvertrag einige Auflagen enthalten, welche eine nachhaltige biologisch-dynamische Bewirtschaftung erschweren:
Zum einen darf ein Teil der Flächen erst sehr spät genutzt werden, teilweise ab dem 1. Juni., teilweise sogar erst ab dem 15. Juni. Durch diese Maßnahme sollen am Boden brütende Vögel geschützt werden. Für die Milchschafe kann Beweidung oder Heuschnitt zu einem derart späten Zeitpunkt allerdings kein ausreichend gehaltvolles Futter liefern. Das Gras ist im Juni schlichtweg zu stängelig, um Milchbildung zu ermöglichen.
Außerdem darf keinerlei Düngungs- oder Bodenverbesserungsmaßnahme durchgeführt werden, auch keine Erhaltungsdüngung. Ziel ist hier, dass der Boden zunehmend ärmer wird an Nährstoffen, um seltenen Wildpflanzen, die in der mehr und mehr überdüngten Agrarlandschaft verdrängt werden, einen Lebensraum zu ermöglichen. Für unsere Nutzung bedeutet das Düngungsverbot aber eine nicht nachhaltige Bewirtschaftung, weil wir den gesamten Schafmist auf den übrigen Flächen unterbringen müssen; diese bekommen damit tendentiell zu viel Düngung. Außerdem wächst das Gras jedes Jahr etwas zurückhaltender, weil immer nur Aufwuchs entnommen, aber nichts zurückgegeben werden kann, auch nicht die biologisch-dynamischen Kompostpräparate.
Warum hat der Kreis Steinfurt als Verpächter solche Auflagen in den Pachtvertrag mit aufgenommen? Man spricht hier von „Naturschutzflächen“ im Gegensatz zu den Hochertragsflächen der konventionellen Landwirtschaft. Hier also zurück zur Natur, möglichst wenig Eingriffe in das Naturgeschehen, dort aber eine möglichst intensive Landnutzung mit synthetischem Dünger und Ackergiften für eine reiche Ernte. Unser Hof wurde in dieser Theorie auf der Naturschutzseite angesiedelt.
Auf den ersten Blick erscheint das sinnvoll, denn was vermag unsere Lebensgrundlagen besser zu schützen als ökologischer Landbau? Mit den uns auferlegten Nutzungsbeschränkungen müssen wir aber feststellen, dass eine nachhaltige Nutzung dieser Wiesenflächen über Jahrzehnte nicht möglich ist: Wenn wir immer weniger Heu ernten können und das Weidefutter für die Milchschafe über Monate nicht geeignet ist, muss unser Hof sich über kurz oder lang andere Flächen suchen, um überleben zu können.
Mehr zum Thema gibt es im nächsten Hofbrief.

Donnerstag, 2. April 2015

Kartoffelaktion verschoben, Osterfeuer findet statt

Die für den Samstag (4.4.) angekündigte Kartoffelpflanzaktion müssen wir leider wegen der großen Regenmengen der letzten Woche verschieben.

Es hat in den letzten Tagen 50 Liter Niederschlag auf jeden Quadratmeter gegeben, sodass die Äcker sehr nass und nicht zu bearbeiten sind.
Wir rechnen damit, dass mindestens zwei Wochen vergehen werden, bis die Pflanzungen auf den Feldern weiter geführt werden können. Ein Ersatztermin für das Legen der Kartoffeln wird, sobald absehbar, bekannt gegeben.

Die Einladung zum Osterfeuer gilt weiterhin, Beginn ist um 14:00Uhr.
Sollte das Wetter einen Aufenthalt im Freien unangenehm gestalten, haben wir die Möglichkeit, mit Grill und Buffet unter Dach zu ziehen.

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

Dienstag, 31. März 2015

Hofbrief. KW 14


Alle klagen über das Wetter? Das können wir auch!
Ende März, Anfang April ist die Zeit, um auf den Feldern mit den Pflanzungen zu beginnen. Im Durchschnitt der Jahre ist der Boden dann ausreichend abgetrocknet von den Winterniederschlägen; die Tage sind lang genug und auch die Durchschnittstemperatur ist bereits weit genug angestiegen.
Bisher verlief das Frühjahr zwar wechselhaft, es gab aber auch lange Schönwetterperioden, die zahlreiche Bodenvorbereitungsmaßnahmen ermöglicht haben. Gepflanzt auf dem Acker wurden aber bisher nur die Zwiebeln.
In den Frühbeeten und im neuen Anzuchtgewächshaus sind schöne Jungpflanzen herangewachsen, die möglichst bald gepflanzt werden müssen: Salat, Fenchel und Mangold, Dicke Bohnen und Frühlingszwiebeln, diverse Kohlsorten.
Wir hoffen, dass spätestens nach Ostern der Frühling mit voller Kraft einsetzt und die Böden möglichst zeitnah wieder abtrocknen, damit außer den Gemüsepflänzchen auch unsere Milchschafe wieder auf die Weide gehen können.

Dienstag, 24. März 2015

Hofbrief: KW 13


Auf dem Hof ertönt seit einigen Tagen Hämmern, Bohren und Sägen, Bearbeiten von Holz. Unter dem neu eingedeckten Dach des Hauptgebäudes verbirgt sich die neue Baustelle.
Begonnen wurde hier mit dem Bau
einer Heutrocknungsanlage.
Die Heutrocknung wird es uns ermöglichen, das Winterfutter auch bei weniger günstigen Bedingungen (häufige Niederschläge, niedrige Temperaturen, Windstille) als Heu einzulagern. Somit wollen wir die Nachteile der jetzigen Futterkonservierung vermeiden:
  • Um gewöhnliches Heu (Bodentrocknungsheu) herzustellen, sind nach dem Abmähen des Grases auch unter passenden Voraussetzungen fünf bis sechs Tage erforderlich, bis ein haltbares Futter entstanden ist. Während dieser Zeit muss das Mähgut zwei Mal am Tag gewendet werden. Das führt zu einem Qualitätsverlust, denn die eiweißreichen Blätter, die schneller trocknen als die Stängel, bröseln weg und sind nicht mehr zu ernten (Bröckelverluste).
  • Zur Silageherstellung werden bei günstigem Wetter nur zwei bis drei Tage benötigt. Das Mähgut wird in angetrocknetem Zustand gepresst und luftdicht verpackt. Dabei werden pro Futterballen mehrere Kilogramm Kunststoff benötigt – das sind jedes Jahr große Mengen Verpackungsmüll. Unter Luftabschluss findet eine Milchsäuregärung statt, ähnlich der Sauerkrautbereitung. Das Futter ist in gewissem Sinne vorverdaut und schmackhaft. Allerdings entspricht es nur begrenzt den Anforderungen an eine wiederkäuergerechte Fütterung, weil die vier Mägen des Milchschafs – vor allem der Pansen – nur unzureichend zum Einsatz kommen.
Eine Heutrocknungsanlage ermöglicht eine Winterfutterkonservierung, welche die wiederkäuergerechte Qualität des Bodenheus mit der Wetterunabhängigkeit der Silage verbindet. Das so gewonnene Heu macht eine höhere Milchleistung aus derselben Futtermenge möglich. Die besondere Qualität von Heumilch erleichtert die Verarbeitung, die Produkte werden schmackhafter und gleichmäßiger, wovon wir Menschen letzlich am meisten profitieren.
Die Heutrocknung funktioniert nach folgendem Prinzip: Die warme Luft wird hinter den von der Sonne erhitzten Dachpfannen abgesaugt und unter das Mähgut in speziellen Trocknungsboxen geblasen.
Im ersten Bauabschnitt entsteht
momentan ebendieser abgeschlossene Luftraum unter den Dachpfannen, indem von innen Holzplatten angebracht werden.
Die nächsten Schritte werden sein der Bau der Lagerboxen für das lose Heu und der Trocknungsroste und der Einbau der Technik.