Dienstag, 26. Juli 2016

Hofbrief: KW 30


Sommerliche Temperaturen, viel Sonnenschein – wer mag da schon an den Herbst denken?
Einige erste Anzeichen für die Gemüsegärtner nahen aber bereits: Rosenkohl, Wirsing, Grünkohl und auch der Porree für die Winterernte sind bereits gepflanzt und für das Freiland fehlen nur noch ein paar wenige kleine Aussaaten. Die erste Lagergemüseernte steht an: Die Zwiebeln haben bereits ihre trockene gelbe Schale ausgebildet und reifen bei dem trockenen Wetter schön ab.
Nach einem intensiven Frühjahr und Frühsommer mit viel Arbeit in Haus und Hof, auf den Feldern und Wiesen, im Stall und in der Werkstatt, in Bäckerei und Käserei beginnt nun auch bei uns die Urlaubssaison. Anders als viele andere Landwirte können wir es uns als Hofgemeinschaft erlauben, nacheinander einen Sommerurlaub von zwei Wochen zu nehmen.
Betriebsferien machen wir im Sommer dagegen nicht. Die Daheimgebliebenen bemühen sich nach Kräften, den Betrieb reibungslos weiter laufen zu lassen. Dennoch sieht man zur Zeit mal ein ungewohntes Gesicht auf dem Wochenmarkt, bei der Liefertour oder im Hofladen. Und vielleicht passier einer Urlaubsvertretung mal ein kleiner Fehler. Wir bitten hierfür um Verständnis und freuen uns auf eine erholsame Ferienzeit.

Mittwoch, 20. Juli 2016

Dritte Ernteeinheit im Juli

Immer, wenn wir dienstags unsere Einheit abholen, gibt es abends das frische Brot, den leckeren Käse und die ein oder andere Gemüserohkost aus dem Erntekorb. Während der eine Sohn auf Gurken abfährt, greift der andere lieber zur Kohlrabi. Die kleinen Fechnelknollen, die für uns dieses Mal erstmals dabei waren, beäugten meine drei Kinder sehr skeptisch. Als aber meine zehnjährige Nichte, die zurzeit unser Feriengast ist, sich mit leuchtenden Augen und dem Ausruf "Ich liebe Fenchel" auf die Knollen stürzte, war bei den anderen die Neugierde groß und sie mussten sie unbedingt probieren. Den Rest des mediterranen Gemüses werde ich mit dem Blumenkohl zusammen zu einem Auflauf verarbeiten.

Dienstag, 19. Juli 2016

Hofbrief: KW 29


Die Schulferien sind da und viele von Euch verreisen in den wohlverdienten Urlaub. Bitte denkt daran, Eure Lebensmittellieferung abzubestellen, damit die übrig gebliebenen Produkte in den Depots nicht verkommen.
Gerne könnt Ihr auch Euren Ernteanteil für die Dauer des Urlaubs an Freunde, Verwandte, Nachbarn oder Bekannte weitergeben – ein buntes und schmackhaftes Geschenk und auch eine gute Gelegenheit, um für den Hof zu werben.
Die eigenen Tomaten – die Vorfreude darauf ist bei den Meisten groß. Leider hat dieses Jahr die Krautfäule, die außergewöhnlich früh das Kartoffelkraut zum Absterben gebracht hat, auch vor den Tomatenpflanzen nicht halt gemacht. Die Ernte wird deshalb deutlich geringer ausfallen, als üblich.
Neben den Bauarbeiten rund um den neuen Heizraum und die Wohnetage über dem Hofladen verbringen wir gerade sehr viel Zeit auf den Knien und jäten uns durch Möhren und Rote Bete.
Die beiden Wurzelgemüse werden, anders als die meisten Gemüsekulturen, direkt auf das Feld gesät und nicht erst in kleinen Töpfchen vorgezogen. Somit wachsen sie in einem Meer von Beikräutern auf, die meistens schneller keimen und sich schneller entwickeln, als die Gemüsekultur. Handarbeit lässt sich da also nicht vermeiden, wenn die Wurzelfrüchte eine Chance bekommen sollen.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Dicke Bohnen-Reis-Pfanne


Ich muß mich Gerhild anschließen: Auch ich hatte ein "Dicke-Bohnen-Trauma", wie im Übrigen 95% meines Freundes- und Bekanntenkreises. Die 2 Ausnahmen haben auch sonst einen komischen Geschmack und fallen aus dem Raster :-)
Aber auch ich habe seit diesem Jahr erstmal gemerkt wie lecker Dicke Bohnen schmecken können wenn man die Haut ablöst und wie vielseitig sie auch sein können. 
Hier eine Zusammenstellung die es diese Woche bei mir gab:


Dicke Bohnen-Reis-Pfanne


3 Portionen

800 g dicke Bohnen
200 g Basmati Reis
1-2 Zwiebeln
5 Lauchzwiebeln
50 Blätter frischer griechischer Oregano
Olivenöl
Salz, frischer Orangen-Pfeffer


Den Reis in Salzwasser gar, aber nicht zu weich kochen.

Die Bohnen aus der Schote holen und ca. 15-20 Minuten kochen bis sie weich sind.
Danach kalt abschrecken und die Haut von den Bohnen lösen.

Die Lauchzwiebeln waschen und in fingerdicke Streifen schneiden.
Zwiebeln schälen, klein würfeln und mit den Lauchzwiebeln und ca. 20 Blättern Oregano in Öl dünsten bis sie glasig/weich sind.

Die restlichen Oreganoblätter klein schneiden /hacken und mit dem Reis und den dicken Bohnen hinzu geben.
Mit Salz abschmecken und kräftig mit frischem Pfeffer aus der Mühle würzen.

Solidarische Landwirtschaft für Bauern und Verbraucher - Neuer aid-Hörfunkbeitrag

- Quelle: aid-Newsletter Nr. 28 vom 13. Juli 2016 /www.aid.de/ -
  
Die Zahlen sind drastisch: 1970 gab es noch über eine Million landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland, heute dagegen sind es nur noch rund 270.000. Das heißt: im Durchschnitt haben in den letzten 46 Jahren pro Stunde knapp zwei Landwirte ihre Arbeit eingestellt und ihren Hof dicht gemacht/machen müssen. Aufgrund von fehlenden Märkten, zu niedrigen Preisen und dem Dickicht an Subventionen können immer weniger Menschen von der Landwirtschaft leben. Dafür setzen immer mehr Betriebe in Deutschland auf ein neues Modell der Bewirtschaftung, die sogenannte „solidarische Landwirtschaft“, kurz SoLaWi genannt. Die Idee ist nicht neu.
Einzelne Höfe arbeiten bereits seit fast 30 Jahren nach diesem Prinzip, aber derzeit erlebt dieses Konzept einen Boom.

„Wenn die Marktpreise immer weiter sinken – das sieht man zum Beispiel bei der Milch – bleiben die Landwirte auf Investitionskosten sitzen, die sie dann nicht mehr zurückzahlen können. So ein Milchviehstall kostet ja einiges und man kann den Kühen schlecht sagen, dass sie jetzt Orangensaft geben sollen, weil da die Erlöse höher sind. Die Folge ist eben langfristig ein sogenanntes Höfesterben“, so Harald Seitz vom aid infodienst e. V.
Mit dem SoLaWi-Konzept lösen sich Betriebe aus dieser Marktabhängigkeit. Grob gesagt, gibt es eine Gruppe von Verbrauchern, die einen Bauernhof mit festen Mitgliedsbeiträgen und manchmal auch eigenem Arbeitseinsatz unterstützen. Im Gegenzug werden die Ernteerträge unter den Mitgliedern verteilt.

Der Hörfunkbeitrag „Solidarische Landwirtschaft – ein neuer Weg für deutsche Bauern?“ erklärt, was hinter dieser Idee steckt, wo die Probleme liegen und warum sich ein Umdenken für Landwirte und Verbraucher lohnt.

Der Hörfunkbeitrag steht unter
<https://www.aid.de/inhalt/hoerfunkbeitraege-2016-4075.html> direkt als mp3-Datei zum Anhören oder Herunterladen bereit. Ebenso finden Sie hier das Text-Manuskript als PDF-Dokument.

- Quelle: aid-Newsletter Nr. 28 vom 13. Juli 2016 /www.aid.de/ -

Biodynamisch gezüchtete Sorten entdecken

- Presseerklärung von Demeter e.V., Darmstadt, Quelle: http://bit.ly/29IPIAQ -

Im Gemüseregal, als Saft, Brot oder im Müsli

Biodynamisch gezüchtete Sorten entdecken


Die Bedeutung der biodynamischen Pflanzenzüchtung rückt immer stärker ins Bewusstsein anspruchsvoller Konsumenten. Die globale Saatgutindustrie setzt zunehmend auf gentechnologische Verfahren und Patente für die Entwicklung ihrer Gemüse- und Getreidesorten. Wer sich davon unabhängig machen will, kann vielfältige Entdeckungen im Naturkostfachgeschäft machen. Über 70 samenfeste, also fruchtbare, Gemüse- und rund 40 Getreidesorten aus Biozüchtung sind vom Bundessortenamt zugelassen. Demeter hat als erster Verband Richtlinien für die Züchtung erlassen und zertifiziert biodynamische Sorten. Der Züchtungsgang wird dabei immer transparent dargestellt. In den meisten Fällen bleiben die neu entwickelten Sorten im Besitz gemeinnütziger Vereine wie etwa Kultursaat und werden allen Interessierten kostenlos zur Verfügung gestellt.
Zahlreiche Demeter-Verarbeiter unterstützen die langwierige, manchmal mühsame und immer kostenintensive Züchtungsarbeit im Einklang mit der Natur. Sie bevorzugen die samenfesten Sorten und kreieren daraus vitale Lebensmittel. Also gilt es nicht nur am Gemüseregal mit der grünen Frische nach Möhre Rodelika, Pastinake Aromata, Spinat Verdil, Tomate Rutje, Salat Briweri, Rote Bete Robuschka, Paprika Pantos, Kürbis Red Kuri oder Weißkohl Donator Ausschau zu halten. Auch bei den Säften werden die aromatischen Gemüse mit klangvollen Namen eingesetzt.
Brote aus Lichtkornroggen verführen schon dank des inspirierenden Begriffs zum Kosten. Aber auch die neuen Weizensorten wie Aszita, Sandomir, Jularo haben sich in Backversuchen bewährt und werden gern verwendet. In den verarbeiteten Getreideprodukten wie Mehl, Knabbergebäck oder auch Müsli setzen die Hersteller ebenfalls biodynamische Sorten ein. „Neben bewährten traditionellen Sorten braucht es Sorten, die den heutigen Bedingungen und Bedürfnissen entsprechend weiterentwickelt werden“, betont Antje Kölling vom Demeter e.V. „Nicht nur der Öko-Landbau benötigt Saatgut, das optimal an seine besonderen Arbeitsweisen angepasst ist, widerstandsfähig ist und guten Ertrag sichert. Den Verbraucher*innen garantiert die Züchtungsarbeit Vielfalt auf dem Teller, höchste Ernährungsqualität und authentischen Geschmack.“
Seit über 30 Jahren schon engagieren sich vor allem biodynamische Bauern und Gärtner als Pioniere für eine eigenständige Sortenentwicklung für die Bio-Branche. Ihre Pluspunkte sind klar: schon in der Entwicklung, die bis zu zehn Jahre dauern kann, wird auf Geschmack und Bekömmlichkeit selektiert. Die Züchtung erfolgt standortbezogen und bringt so regional angepasste Sorten-Vielfalt hervor. Die fruchtbaren Pflanzen vererben ihre guten Eigenschaften weiter, im Gegensatz zu den Hybrid-Angeboten der Industrie, bei denen das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss. So bleibt Saatgut als Kulturgut in der Hand von Bauern und Gärtnern und wird nicht zum reinen Wirtschaftsfaktor.

Einen Überblick über Demeter-Lebensmittel mit biodynamisch gezüchteten und Demeter-zertifizierten Sorten finden Sie hier.

Sie wollen die Sorten aus der biodynamischen Pflanzenzüchtung kennenlernen? Dann einfach hier klicken.

- Presseerklärung von Demeter e.V., Darmstadt, Quelle: http://bit.ly/29IPIAQ -

Dienstag, 12. Juli 2016

Hofbrief: KW 28


Juli ist die Zeit der Getreideernte. An trockenen Tagen mit viel Sonnenschein und Wind sieht man vom Vormittag an, wenn der Tau aus den Ähren getrocknet ist, bis spät in die Nacht die Mähdrescher über die Äcker fahren. Das Korn muss ausgereift und trocken sein, damit es gedroschen und eingelagert werden kann. Als erstes reifen das Wintergetreide, also Sorten, die schon letztes Jahr im Herbst ausgesät worden sind, z.B. Wintergerste, Roggen, Triticale, Dinkel oder Winterweizen. Die Sommergetreide werden im März oder April ausgesät, aber nur wenig später als die Winterungen geerntet, nämlich im August. Dazu gehören vor allem Hafer, Sommergerste und Sommerweizen.Von knapp 30ha landwirtschaftlicher Nutzfläche, die wir bewirtschaften, können wir nur auf knappen drei Hektar Getreide anbauen. Im Rahmen einer Fruchtfolge bauen wir Triticale oder Gerste an und als humusmehrende Kultur Kleegras für Heu.Vergangenen Samstag konnten wir die Gerste einfahren und am Montag war auch das Stroh so weit getrocknet, dass es – zu großen Ballen gepresst – in der Scheune eingelagert werden konnte. Während die Körner die Schafe in den Melkstand locken, dient das Stroh zur Einstreu im Winterstall und ergibt fruchtbaren Rottemist für unsere Felder und Wiesen.
Die zwei Baustellen auf dem Hof nehmen stetig Gestalt an.
Der neue
Heizkessel steht in der Tenne und wird nach und nach an die bestehenden Heißwasser-Kreisläufe und die Solarthermie-Anlage angeschlossen. Dank der großzügig dimensionierten Pufferspeicher und verbesserter Leitungsverläufe können wir demnächst mit der gleichen Menge Holz eie größere Wohnfläche beheizen.Derweil sind die Zimmerleute auf dem Dachboden über dem Hofladen fleißig, sodass man schon eine Vorstellung bekommen kann von den Wohnräumen, die dort entstehen. Die neuen Fenster bringen viel Licht auf den ehemals düsteren Dachboden. Die Dicke der Isolierschicht an den Außenwänden verspricht geringe Wärmeverluste im Winter und wenig Hitze im Sommer.